Vorschau: 6. Spieltag Dartfighters-Liga

Mehr als die Hälfte der Hinrunde liegt nun bereits hinter uns, der nächste Spieltag der vereinsinternen Dartfighters-Liga steht bevor. Ein Spiel ist vorgezogen worden, Marcel Berens schlug Alexander Plewka mit 8:0. Doch vier weitere Partien warten noch darauf gespielt zu werden. Darunter gibt es einen Kracher, wenn zwei Tabellennachbarn aufeinandertreffen, wovon drei weitere Spieler im Fernduell mit den beiden profitieren könnten. Spannung ist geboten an Spieltag Nummer sechs.

Die Zitterpartie: Justin Yalcinkaya vs. Kenny Sprenger

In diesem Spiel geht es für beide Akteure um eine ganze Menge. Die Vorzeichen sind sehr eigenartig. In der Tabelle liegen die beiden recht weit voneinander getrennt. Justin konnte am vergangenen Spieltag aber seinen ersten Sieg einfahren, Kenny bekam eine 0:8-Klatsche. „Davor dachte ich, dass es ein eindeutiges Ding für Kenny wird. Ich glaube aber, dass er diese Niederlage noch im Kopf rumschwirren hat“, sagt Justin. Der tritt aktuell mit sehr viel Selbstvertrauen ans Oche. Seine Leistungen in den vergangenen Monaten spiegeln sich nicht in der Tabelle wieder. Erst drei Punkte, aber für ihn ist das kein Beinbruch. „Ich bin bisher gar nicht so unzufrieden. Ich hatte halt schon die ganz großen Brocken, das kommt mir im Endspurt entgegen. Vier bis sechs Punkte sollten bis Hinrundenende das Ziel sein, Platz 5 ist noch drin“, sagt „Tranquillo“. Dafür muss er gegen Kenny aber erneut eine starke Performance zeigen. Die traut er sich ohne Frage zu. „Ja, Kenny spielt in letzter Zeit meist einen Average von 55 bis 60 Punkten, was sehr stark ist, wenn man bedenkt, dass er erst seit einem Dreivierteljahr spielt. Aber auch ich bin in der Lage über 50 Punkte im Schnitt zu zeigen und das muss ich auch um etwas mitzunehmen“, prophezeit Yalcinkaya.

Für Kenny kam die 0:8-Niederlage gegen René Kähler wie für die meisten sehr überraschend. Eigentlich wurde dort ein sehr enges Spiel erwartet, eventuell sogar die Maximaldistanz. Aber wirklich enttäuscht war Sprenger nach dem Spiel nicht. „Natürlich, das Zu-Null nervt ein wenig, aber die Niederlage muss ich jetzt einfach abschütteln. Denn mit der Leistung war ich gar nicht so unzufrieden, da hat schon viel gepasst, aber René war einfach viel zu stark am letzten Spieltag“, sagte „Dynamite“. Durch das direkte Duell zwischen Kähler und Gürtler kann Sprenger mit einem Sieg an einem der beiden vorbeiziehen und schon mal einen Platz gutmachen. Doch er weiß, dass er Justin keineswegs unterschätzen darf. „Er spielt sehr konstant und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ich muss daher im Fokus bleiben und darf mich auch im Falle einer Führung nicht in Sicherheit wiegen. Sollte ich mein Spiel ans Board bekommen, sollte der Sieg aber für mich drin sein“, so Kenny. Am Ende kann es eine Nervenschlacht werden, bei der sich derjenige durchsetzen wird, der in den entscheidenden Momenten einen kühlen Kopf bewahrt und das Zittern in der Hand abgestellt bekommt.

Das Trainingsspiel: René Kähler vs. Tobias Gürtler

Rein von der Tabellensituation ist dies die Kracherpartie des sechsten Spieltages. Beide haben nach fünf Saisonspielen vier Siege auf dem Konto, lediglich vier Legs trennen die beiden voneinander. Noch hat Tobias Gürtler dabei die Nase vorn, doch die Leistung von Kähler am vergangenen Spieltag hat auch bei ihm für Erstaunen gesorgt. „Das war der Wahnsinn. Ich habe das Spiel gecallt und traute meinen Augen nicht. Ich habe darauf gewartet, dass er endlich nachlässt, aber das hat er im Grunde kaum. Wenn er so auch gegen mich spielt, dann kann ich nicht mithalten“, so Gürtler. Nach einer weißen Weste an den ersten vier Spieltagen kassierte Gürtler an Spieltag fünf die erste Niederlage. Nun droht er die Tabelle hinabzustürzen. Bei einer Niederlage könnte er im schlechtesten Fall von Platz zwei bis auf Platz sechs durchgereicht werden. „Wenn wir ehrlich sind, würde die Platzierung auch besser zu den Leistungen passen, die ich bisher gezeigt habe. Aber ich finde es schön da oben, da möchte ich noch eine Weile bleiben“, sagt „One Fifteen“. In vielen Trainingsduellen mit Kähler über lange Distanzen zeigte er sich stark, konnte ihn immer mal wieder bezwingen. „Das wird auch er im Kopf haben. Nichtsdestotrotz ist es eine andere Situation und er geht ganz klar als Favorit ins Spiel. Ich nehme nur was mit, wenn er einen mäßigen Tag hat“, sagt Gürtler.

Kähler hingegen schwebt auf Wolke 7. Auch er könnte ja theoretisch auf Platz sechs hinunterfallen, aber nach der Leistung am vergangenen Spieltag scheint das fast unmöglich. Zum ersten Mal spielte er in einem Ligaspiel einen Average von über 70 Punkten, zeigte damit die beste Performance aller Teilnehmer. Trotzdem nimmt Kähler das Match gegen Gürtler nicht auf die leichte Schulter. „Klar möchte ich wieder mein Spiel zeigen wie gegen Kenny, ein paar Highlights hinbekommen. Aber das kann ein ganz enges Spiel werden, denn ich weiß was der Gürtler kann. Wenn der mich ein Mal auf dem falschen Fuß erwischt, dann ist der mal ganz schnell weg“, so Kähler. Die Formkurve von „The ENERgy“ ging in den vergangenen Wochen nochmal rapide nach oben. Seine Ergebnisse in der Liga und auf Turnieren wurden von Mal zu Mal besser. „Ich kriege meine Averages von zu Hause inzwischen auch in diesen Spielen ans Board. Damit kann ich natürlich sehr zufrieden sein“, sagt Kähler. Dennoch bleibt er auf dem Teppich. Auch, wenn Gürtler zuletzt nicht in Form zu sein schien, weiß René was da jederzeit für ein Gegenwind auf ihn zukommen kann. „Seine Doppelquote ist eigentlich nicht so schlecht, wie es aussieht, das sind nur einzelne Legs die es runterziehen. Wenn er in sein Scoring findet, was er komischerweise gegen mich immer schafft, dann wird es hart. Und dann wirft er zum Beispiel beim Cricket auch einfach mal eine 180. Der Ar***“, sagt Kähler schmunzelnd. Die Partie wird erst gegen Ende des Spieltagszeitraumes ausgetragen, der 14. oder 15. September stehen im Raum.

Das Duell der Kriselnden: Denny Volkgenannt vs. Marvin Fink

Wer geht in diesem Spiel lockerer ans Oche? Der Spitzenreiter oder der Underdog? Im Grunde ist dies von Denny zu erwarten. „Double-D“ befindet sich aktuell in einem Tief. Er kriegt sein Spiel nicht ans Board und seine große Stärke, die Doppel, sind aktuell seine größten Feinde. Da kommt ein Match gegen den Ligaprimus eigentlich genau zur richtigen Zeit. „Ich kann extrem entspannt in dieses Match gehen. Marvin bringt einfach konstant saustarke Leistungen ans Board. Sich da auch nur irgendeine Chance auszurechnen ist absurd, man sollte realistisch bleiben“, sagt Volkgenannt. Er hat also nichts zu verlieren. In der Tabelle steht er gut da, wenn es schlecht läuft, behält er seine Ranglistenposition, wenn es gut läuft, kann er noch Boden gut machen. Ein Ziel in Form eines Ergebnisses setzt er sich aber nicht. Er möchte einfach nur mal wieder sein Spiel ans Board bringen. „Manchmal pushen überlegene Gegner ja auch die eigene Performance nochmal. Wenn ich Marvin dann ein bis zwei Legs klauen kann und dabei eine einigermaßen gute Leistung zeige, dann gehe ich mit einem Lächeln aus diesem Spieltag“, so der „Lieutenant“. Und dies wäre ihm wohl zu wünschen, denn kaum jemand blieb so unter seinem Potenzial wie Denny. Vor dem Ligastart gehörte er noch zum Kreis derjenigen, die sich um die Plätze eins bis drei streiten, aktuell ist dies schwer vorstellbar. „Meine Leistung war bisher nicht zufriedenstellend. Ich weiß, dass ich es besser kann“, sagt Denny. Das wird auch von ihm erwartet.

Für Marvin hingegen läuft bislang alles wie geschnitten Brot. In der Liga konnte er alle seine Spiele gewinnen, gab nie mehr als zwei Legs ab. Und auch in Malchin konnte er kürzlich überzeugen, als er sich dort den Turniersieg sicherte. Ja, Marvin ist gegenwärtig ebenfalls in einem kleinen Tief, jedoch ist er auch dann noch in der Lage über 70 Punkte im Schnitt ans Board zu bringen. Er sieht mit Denny jedoch einen schwierigen Gegner auf sich zukommen. „Ich glaube das Spiel wird knapper, als es die Tabelle vermuten lässt. Denny hat bislang erst ein Mal verloren, das sollten wir nicht vergessen. Wenn er seine Chancen auf die Doppel nutzt, die sich zweifellos ergeben werden, dann wird er das eine oder andere Leg mitnehmen“, sagt Fink. Der Saisonverlauf stellt ihn nicht sonderlich zufrieden. Er achtet sehr auf sein eigenes Spiel und da konnte er in einigen Partien nicht das zeigen, was er von sich selbst erwartet. „Dennoch kann eine Saison natürlich nicht schlecht sein, wenn man nach fünf Spielen erst sieben Legs abgegeben hat und ungeschlagen auf Platz eins steht“, ordnet Marvin es richtig ein. Für Denny bleibt nur die Chance, den Druck von Anfang an hoch zu halten. „Er kann sehr gut scoren, wenn es bei ihm läuft. Und dann mach ich leider noch zu viele Fehler auf die Doppel“, verrät Fink. Ein Match zweiter Spieler im Tief, auf so ganz unterschiedlichen Niveaus. Es bleibt spannend.

Die Wundertüte: Alexander Voigt vs. Sebastian Pöpplow

Es ist ein Duell, das absolut nicht vorhersehbar ist. In diesem Spiel kann wirklich alles passieren. Grund dafür sind nicht nur die bisherigen Saisonverläufe, sondern auch die gezeigten Leistungen in den letzten Wochen. Auf der einen Seite steht mit Alexander Voigt jemand, der sich kürzlich den vierten Platz zurückholte und seine Ambitionen in der Liga untermauerte. Allerdings holte er auch die gleiche Platzierung in seiner Sechsergruppe in Malchin, wodurch er das Viertelfinale verpasste. „Ja, es ist ein ständiges auf und ab in dieser Saison. Es lief nicht alles super, aber auch nicht alles schlecht“, sagt der „Hausmeister“. Von dem Ergebnis in Malchin war er naturgemäß enttäuscht, da er nach seinem fünften Platz in Sarow mehr von sich erwartet hatte. Auch während des Ligaspiels gegen Tobias Gürtler machte sich Unzufriedenheit bei Voigt breit, da er nicht die vielen Triple dabei hatte, die er sich vorstellte. Hier könnte Sebastian eine Chance bekommen, denn die Spanne zwischen einer reellen Einschätzung und den eigenen Erwartungen von Voigt scheint groß zu sein. „Ich bin sehr siegessicher, nach dem 0:8 gegen René Kähler sagte ich mir, ich will auch mal zu null gewinnen. Ich glaube die Chance ist gegen Sebastian da. Der startet zwar naturgemäß sehr gut, aber ihm geht auch schnell die Luft aus“, sagt Voigt augenzwinkernd.

Auf der anderen Seite steht mit Sebastian jemand, der in der Liga bisher noch unter seinem Potenzial blieb. In einigen Situationen blitzte es aber immer mal wieder auf. Gegen Gürtler zum Beispiel, als er sich im Verlauf des Spiels immer mehr steigerte und eine grandiose Partie zeigte. Und erst recht am vergangenen Spieltag gegen Marvin Fink. „Ich habe im Schnitt 72 Punkte gehabt nach drei Legs. Das zeigt mir ja, dass ich es durchaus kann. Das hat mir nochmal viel Selbstvertrauen gegeben. Im Optimalfall möchte ich natürlich wieder solche Scores zeigen und Alex unter Druck setzen“, sagt „The Punisher“. Doch Sebastian wird nicht naiv in dieses Spiel hineinstolpern. Er weiß genau, wen er da zum Gegner hat und dass er seine wohl beste Saisonleistung zeigen muss, wenn er etwas mitnehmen will. „Ich sehe aber durchaus Chancen für mich. Ich will wie in jedem Spiel auch hier alles geben um etwas mitzunehmen. Man muss Alex aber eben auch gehörig Respekt zollen. Was der nach einem Dreivierteljahr bereits für Leistungen bringt ist außergewöhnlich, deshalb geht er natürlich schon als der klare Favorit ins Spiel“, sagt Pöpplow. Dieses Spiel könnte genauso eine klare Angelegenheit werden, wie es eine knappe Kiste über die maximale Distanz werden kann. Wichtig wird für beide sein über die komplette Dauer die Ruhe zu bewahren und das Vertrauen in die eigene Leistung zu keinem Zeitpunkt zu verlieren.

Zum Spieltag: https://dartfighters-greifswald.de/vereinsliga/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.